Unser Motto #mitdenken hat viele Bedeutungsebenen. Ich persönlich verbinde damit vor allem einen intersektionalen Ansatz in meiner politischen und aktivistischen Arbeit.

Inter… was? Einfach gesagt bedeutet intersektional, nicht lediglich eine Art von Diskriminierung in den Blick zu nehmen, sondern alle. Statt also nur darüber nachzudenken, wie und warum Menschen z.B. wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, möchte ich auch andere soziale Kategorien wie Herkunft, formale Bildung, Geschlecht, Religion, Behinderung und race/Ethnizität #mitdenken.

Denn: Kein Mensch ist nur schwul, nur muslimisch, oder nur trans*. In einer Person finden all diese sozialen Kategorien gleichzeitig statt und bilden zusammen eine Identität. Sie führen auch zu sehr verschiedenen Diskriminierungserfahrungen. Eine weiße lesbische Frau wird anders diskriminiert, als eine lesbische person of color. Ein schwuler Moslem erfährt andere Formen der Ausgrenzung, als ein schwuler Atheist.

Das zu verstehen ist wichtig, denn nur so können wir gegen Diskriminierung angehen und auf Ausschlüsse, die auch in der queeren Szene stattfinden, aufmerksam werden. Außerdem ist es nützlich, mit anderen von Diskriminierung betroffenen Menschen Bündnisse zu schließen. Gemeinsam sind wir stark.